Bauarbeiten in Thal bringen Relikt der Ruhlaer Eisenbahn ans Licht
Auf der aktuellen Straßenbaustelle in Thal zwischen Post und B88 haben die Bauarbeiter beim Entfernen
der alten Straßendecke eine zirka 3 Meter lange rostige Eisenbahnschiene freigelegt und aus dem Schotterbett gezogen.
Sie ist auf einigen ebenfalls stark verrosteten Stahlschwellen befestigt.
Knapp 60 Jahre lang ist das Überbleibsel der Ruhlaer Eisenbahn in der Straße verborgen geblieben.
Der zweite Teil der vermutlich schon vor längerer Zeit durchgebrochenen Schiene befindet sich noch im Boden
und verschwindet unter der noch nicht entfernten Straßendecke im Kreuzungsbereich.
An ihr kann man die Lage des Hauptgleises des ehemaligen Bahnhofes Thal erkennen.
Es verlief hier entgegen den Vermutungen doch recht nah an der Straßenmitte und nicht
im Bereich des heutigen Fuß- und Radweges.
Die zweite Schiene des Gleisstückes scheint nicht mehr vorhanden zu sein.
Vermutlich wurde sie entweder beim Bau des Fuß- und Radweges entfernt, weil sie beim Setzen der Bordsteinkanten
im Weg war, oder sie wurde schon beim Rückbau der Rühler Bimmel im Jahre 1967 einer Wiederverwertung zugeführt.
Warum die anderen Teile des Gleisstückes im Boden verblieben, darüber lässt sich auch nur spekulieren.
Vielleicht war der Aufwand zum Entfernen einfach zu groß. Oder im Bereich dieser wichtigen Straßenkreuzung hätte
es zu viel Verkehrsbehinderung verursacht.
Ob die freigelegte Schiene auch Walzzeichen besitzt, aus denen man das Herstellungsjahr und das Stahlwerk ermitteln kann,
ist fraglich. Eine dicke Rostschicht und angebackener Schotterboden erschweren die Untersuchung.
Es bleibt spannend, ob die Bauarbeiten noch mehr Relikte ans Licht bringen.
Entdeckung bei der Erneuerung des Bahnhofvorplatzes in Wutha
Bei den inzwischen abgeschlossenen Bauarbeiten zur Neugestaltung des Bahnhofsvorplatzes wurde ein alter Fundamentrest mitten auf dem Platz freigelegt.
Der einzige mir bekannte Hinweis für ein Gebäude auf diesem Fundament liefert die Nachzeichnung eines Gleisplanes von 1873.
Darauf ist ein damals als Retirade bezeichnetes Toilettenhäuschen ungefähr in diesem Bereich eingezeichnet.
(Es sei darauf hingewiesen, dass die Lagegenauigkeit in solchen Handskizzen oft nicht sehr genau ist.)
Im Zuge der aktuellen Arbeiten wurde auch ein anbauartiger Gebäudeteil, vermutlich wegen Baufälligkeit abgerissen.
Ob sich jetzt allerdings die Fassade wieder optisch ansprechend herstellen lässt, bleibt spannend.
Genauso wie die Frage und Hoffnung, ob es der Gemeinde gelingt, die übrige Bausubstanz zu erhalten und ein tragfähiges Nutzungskonzept zu entwicklen.
Gleisplan von 1873